Oldtown Malchow | Monastery Malchow

  • Zeichnung aus dem Skizzenbuch von Carl von Hammerstein (1829-1893) | 1861

Reihäuser der Konventualinnen | 1 (Haus 3)

Das breitgelagerte eingeschossige Gebäude auf der Seeseite des Damenplatzes beherbergte drei Reihenhäuser für Konventualinnen. Errichtet wurde es zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Vermutlich markiert dieses Gebäude den Beginn der Umstrukturierung einiger Klostergebäude in Reihenhäuser. Das Zwerchhaus über dem mittleren Reihenhaus ist eine Ergänzung der Zeit kurz nach 1800. ein Zwerchhaus ist ein gaubenähnlicher Aufbau auf dem Dach, dessen Giebel mit der Fassade bündig ist und dessen First quer zu dem des Hauptdaches steht.

Die drei Reihenhäuser weisen Variationen des gleichen Grundrisses auf, deren Nutzung aus dem Baubestand noch ablesbar ist: Von der Diele aus werden in der dem Eingang gegenüberliegenden Wand drei Türen erreicht, von denen eine die Treppe in den Keller und den seeseitigen Garten verbirgt, die zweite die Treppe zum Dachboden und Obergeschoß und die dritte den Abort. Auf der einen Seite der Diele befanden sich ursprünglich eine Küche, eine Stube (als beheizter Wohnraum) und zwei Kammern (als unbeheizte Schlafräume), auf der anderen Seite der Diele eine Stube und eine Kammer. Im mittleren der drei Reihenhäuser (der Nummer 36) ist die Ausstattung an Türen, Täfelungen und Fußleisten fast vollständig erhalten geblieben.

In der Mitte des Damenplatzes vor dem Haus steht eine große Linde, die mit 300 Jahren etwa so alt ist wie das Gebäude. Die Linde war seit der Errichtung des „neuen“ Reihenhauses das Zentrum eines gestalteten Gartens.

In der Bausubstanz sind Veränderungen der vergangenen 300 Jahre vor allem in der Ausstattung innerhalb des Hauses ablesbar.

Die Stuben als Wohnräume waren schon durch zwei Fenster gegenüber den Kammern mit nur einem Fenster hervorgehoben. Auch in der höherwertigen Ausstattung der Stuben wird die Funktion gespiegelt. In zwei Stuben sind bis heute brüstungshohe hölzerne Wandvertäfelungen aus Rahmen und Füllung erhalten geblieben, die in den anderen Stuben nur vermutet werden können. Jeder Stube war im 18. Jahrhundert eine Kammer zugeordnet, so dass sich für jedes dieser drei Stiftsdamenhäuser zwei Wohneinheiten ergeben, die als „Gemach“ oder „Appartement“ bezeichnet wurden.

Der Klosterordnung von 1572 zufolge hatten die Klosterdamen „junge Jungfrauen zu christlicher Zucht und Unterweisung anzunehmen…“. Dieser befristeten Beherbergung im Rahmen der Ausbildung könnte das zweite, kleinere Appartement in jeder Wohneinheit gedient haben – aber auch zur Beherbergung von Gästen. Da sich die Koch- und Heiztechnik im Laufe des 19. Jahrhunderts grundlegend veränderte und sich auch die Wohnbedürfnisse weiterentwickelten, ist die Trennung zwischen Stuben und Kammern heute nicht mehr so deutlich wie im 18. Jahrhundert. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erhielten auch viele der zuvor nicht beheizten Kammern einen Kachelofen.

Die Außenwände wurden massiv aus Backstein gemauert. Im oberen Sockelbereich wurden einige behauene Granitsteine eingesetzt. In der Außenmauer des Kellergeschosses, das wegen des abschüssigen Geländes zum See wie ein Erdgeschoß wirkt, wurden ohne erkennbare Regelmäßigkeit auch Findlinge eingearbeitet.

Da die Fugen des Mauerwerkes nur den unregelmäßigen Mauermörtel zeigen, kann man davon ausgehen, dass die Fassaden von Anfang an verputzt waren.

Das Dach ist als Satteldach mit einer Kehlbalkenlage und doppelt stehendem Stuhl ausgebildet und aus Nadelholz gezimmert. Fotos aus dem frühen 20. Jahrhundert zufolge hatte das Dach eine Reihe von Fledermausgauben und war mit Biberschwanzziegeln gedeckt.

Die Innenwände sind teilweise massiv, teilweise aus Fachwerk errichtet und vollständig flächig verputzt. Wegen der jüngeren Fußbodenbeläge sind die erhaltenen historischen Fußböden nicht immer zu erkennen. Bei Dielenböden in Stuben und Kammern sind sie dem Klang nach anzunehmen, in den Fluren und Küchen können Ziegelböden nur vermutet werden, wie sie in dem zu jedem Haus gehörenden Keller bis heute liegen und wie sie in den entsprechenden Räumen in den Häusern am Kreuzganghof gleichfalls erhalten sind.

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Das eingeschossige Gebäude auf der Seeseite des Damenplatzes besteht aus drei Reihenhäusern. In denen lebten damals Stiftsdamen, die auch als Konventualinnen bezeichnet werden. Errichtet wurde es zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Vermutlich markiert der Bau dieses Hauses den Beginn der Umstrukturierung der Klostergebäude in Reihenhäuser.

Alle drei Reihhäuser basieren auf den gleichen Grundrissen. Die Nutzungsstruktur ist noch gut aus dem Baubestand ablesbar. Betrat man das jeweilige Haus, kam man als erstes in eine Diele, eine Art zentraler Hausflur. Auf der einen Seite des Raumes abgehend befanden sich ursprünglich die Küche, eine Stube, als beheizter Wohnraum und zwei Kammern, die in der Regel unbeheizte Schlafräume waren. Auf der anderen Seite der Diele gab es eine weitere Stube und eine Kammer.

Gegenüber dem Eingang gab es in der Diele drei weitere Türen. Hinter der ersten Tür lag die Treppe in den Keller und zum seeseitigen Garten. Die zweite Tür führte über eine Treppe zum Obergeschoss und weiter zum Dachboden. Hinter der dritten Tür war der Abort, also die Toilette.

Im mittleren der drei Reihenhäuser ist auch die Ausstattung mit Türen, Täfelungen und Fußleisten fast vollständig erhalten geblieben. Aber auch in den beiden Reihenhäusern links und rechts sind einige wertvolle Ausstattungsdetails erhalten geblieben. Darunter eine Reihe von Zimmertüren und Türrahmen, deren erste Farbfassung – schwarz mit Absetzungen in Goldocker eine edle Ausstattung mit Ebenholztüren und Vergoldungen imitieren sollte. Auch Wandmalereien sind überliefert. Es ist aber noch nicht bekannt in welchen Räumen sie unter jüngeren Tapeten verborgen sind.

Reihenhäuser der Konventualinnen | 1 (Haus 3)

Das breitgelagerte eingeschossige Gebäude auf der Seeseite des Damenplatzes beherbergte drei Reihenhäuser für Konventualinnen. Errichtet wurde es zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Vermutlich markiert dieses Gebäude den Beginn der Umstrukturierung einiger Klostergebäude in Reihenhäuser. Das Zwerchhaus über dem mittleren Reihenhaus ist eine Ergänzung der Zeit kurz nach 1800. ein Zwerchhaus ist ein gaubenähnlicher Aufbau auf dem Dach, dessen Giebel mit der Fassade bündig ist und dessen First quer zu dem des Hauptdaches steht.

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Die drei Reihenhäuser weisen Variationen des gleichen Grundrisses auf, deren Nutzung aus dem Baubestand noch ablesbar ist: Von der Diele aus werden in der dem Eingang gegenüberliegenden Wand drei Türen erreicht, von denen eine die Treppe in den Keller und den seeseitigen Garten verbirgt, die zweite die Treppe zum Dachboden und Obergeschoß und die dritte den Abort. Auf der einen Seite der Diele befanden sich ursprünglich eine Küche, eine Stube (als beheizter Wohnraum) und zwei Kammern (als unbeheizte Schlafräume), auf der anderen Seite der Diele eine Stube und eine Kammer. Im mittleren der drei Reihenhäuser (der Nummer 36) ist die Ausstattung an Türen, Täfelungen und Fußleisten fast vollständig erhalten geblieben.

In der Mitte des Damenplatzes vor dem Haus steht eine große Linde, die mit 300 Jahren etwa so alt ist wie das Gebäude. Die Linde war seit der Errichtung des „neuen“ Reihenhauses das Zentrum eines gestalteten Gartens.

In der Bausubstanz sind Veränderungen der vergangenen 300 Jahre vor allem in der Ausstattung innerhalb des Hauses ablesbar.

Die Stuben als Wohnräume waren schon durch zwei Fenster gegenüber den Kammern mit nur einem Fenster hervorgehoben. Auch in der höherwertigen Ausstattung der Stuben wird die Funktion gespiegelt. In zwei Stuben sind bis heute brüstungshohe hölzerne Wandvertäfelungen aus Rahmen und Füllung erhalten geblieben, die in den anderen Stuben nur vermutet werden können. Jeder Stube war im 18. Jahrhundert eine Kammer zugeordnet, so dass sich für jedes dieser drei Stiftsdamenhäuser zwei Wohneinheiten ergeben, die als „Gemach“ oder „Appartement“ bezeichnet wurden.

Der Klosterordnung von 1572 zufolge hatten die Klosterdamen „junge Jungfrauen zu christlicher Zucht und Unterweisung anzunehmen…“. Dieser befristeten Beherbergung im Rahmen der Ausbildung könnte das zweite, kleinere Appartement in jeder Wohneinheit gedient haben – aber auch zur Beherbergung von Gästen. Da sich die Koch- und Heiztechnik im Laufe des 19. Jahrhunderts grundlegend veränderte und sich auch die Wohnbedürfnisse weiterentwickelten, ist die Trennung zwischen Stuben und Kammern heute nicht mehr so deutlich wie im 18. Jahrhundert. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erhielten auch viele der zuvor nicht beheizten Kammern einen Kachelofen.

Die Außenwände wurden massiv aus Backstein gemauert. Im oberen Sockelbereich wurden einige behauene Granitsteine eingesetzt. In der Außenmauer des Kellergeschosses, das wegen des abschüssigen Geländes zum See wie ein Erdgeschoß wirkt, wurden ohne erkennbare Regelmäßigkeit auch Findlinge eingearbeitet.

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